Damit unter Druck deine Gesundheit nicht auf der Strecke bleibt!

Wenn deine Belastung besonders hoch ist, brauchst du mehr denn je volle 100 % . Sonst arbeitest du mit einer stumpfen Säge. Gesunde Routinen auch unter Druck – alles eine Frage der Organisation.

Wir alle kennen stressige Zeiten und besondere Belastungen. Gerne vergessen wir dabei, dass wir uns in solchen Momenten trotzdem um unsere Gesundheit kümmern dürfen – oder es gerade dann sollten. Heute geht es darum, was du tun kannst, damit in solchen Zeiten deine Gesundheit nicht auf der Strecke bleibt.

  • Was meine ich mit “stressigen Zeiten”?
  • Was passiert, wenn du deine gesunden Routinen opferst?
  • Wie bleibst du 100 % leistungsfähig, wenn es drauf ankommt?
  • Meine Tipps für Gesundheit in stressigen Zeiten.

Der Herbst ist die Zeit, in der im Geschäftsleben am meisten Druck entsteht. Manager erinnern sich an die Ziele für das Jahr 2018 und stellen fest, dass schon fast drei Viertel des Jahres vorüber sind. Wenn da noch was gehen soll, dann wird´s Zeit.

Alles läuft jetzt auf Hochtouren. Für viele die stressigste Zeit des Jahres. Ich hoffe, für dich nicht. Ich hoffe, du bist immer völlig entspannt und gelassen. Doch falls du eine/r von den Vielen bist, bei denen es momentan hoch her geht, möchte ich dir heute ein paar Tipps für diese Zeit mit an die Hand geben – für deine Gesundheit in stressigen Zeiten.

Was sind stressige Zeiten eigentlich?

Das hängt natürlich von dir und deinem Empfinden ab. Ich meine damit Phasen, in denen du Gefahr läufst, gesunde Routinen zu vernachlässigen oder zu opfern, „weil du gerade keine Zeit hast.“ Dazu zählen zum Beispiel

  • richtiges Essen, weil du keine Zeit hast,
  • kein Sport, weil du keine Zeit hast,
  • zu wenig Schlaf, weil du zu spät ins Bett kommst,
  • Entspannungsübungen, weil du ja keine Zeit hast.

Wenn du einfach nur mehr zu tun hast als sonst und trotzdem weiter dein perfekte Ernährung praktizierst, dein Bewegungs- und Sportprogramm durchziehst, dich bei Bedarf auf Knopfdruck entspannst, gut oder sehr gut schläfst und immer souverän und gelassen bleibst, dann ist alles gut.

Solange dein gesunder Lifestyle weiter besteht wie ein Fels in der Brandung, ist alles super. Nur wenn dein gesunder Lifestyle droht, in der Hitze des Gefechts in seine Einzelteile zu zerfallen und wegzuschmelzen wie eine Eisscholle im karibische Meer, dann sollten wir uns was überlegen.

Also: Stressige Zeiten sind Phasen, in denen dein gesunder Lifestyle gefährdet ist.

Was willst du erreichen?

Du willst dahin kommen, dass du unter Druck, unter welchem Druck auch immer, deine gesunden Gewohnheiten NICHT opferst. Grundsätzlich geht es um alle Arten von Belastung, die dich früher davon abgehalten haben könnten, deinen Gesunden Lifestyle durchzuziehen.

Hier und heute nenne ich das mal „stressige Zeiten.“ Es könnte auch ein Beziehungsthema sein, Unzufriedenheit im Job, finanzielle Probleme, Sorgen um einen geliebten Menschen oder auch eine ungewöhnliche, berufliche Belastung.

Belastungssituationen können beruflich wie privat in verschiedenster Form auftreten und jeder empfindet sie individuell unterschiedlich.

Wann immer du vor einer solchen Situation stehst, solltest du deinen gesunden Lifestyle durchziehen. Nicht trotz der Belastung, sondern gerade wegen der Belastung! Das geht nicht? Das geht! Es ist eine Frage der Organisation. Und es lohnt sich.

Wenn du deinen gesunden Lifestyle opferst, wird deine körperliche und auch deine mentale und geistige Leistungsfähigkeit mit jedem Tag etwas weniger werden. 2, 3 oder 4 Tage reichen schon aus, um nicht mehr bei 100 %, sondern nur noch bei 90, 80 oder 75 % zu sein und das ist, wenn es drauf ankommt, das, was du in diesem Moment am wenigsten gebrauchen kannst. Oder?

Du brauchst 100 % von der aktuellen Version von dir und nicht 75 %. Und diese 100 % entstehen jeden Tag neu, wenn du dich mit echtem Essen versorgst, wenn du für ein Minimum an Bewegung sorgst, wenn du dir auch in stressigen Zeiten Zeit nimmst, um auf Knopfdruck zu entspannen und gut oder sehr gut zu schlafen.

Es reichen ja 5 Minuten Entspannung nach der Closed Eye Procedure, 2 Mal am Tag. Die Zeit für 7-8 Stunden Schlaf ist doch meistens verfügbar, wenn man denn gelernt hat, am Abend in einer halben Stunde runter zu kommen und ins Bett zu gehen. Echtes Essen ist ja da, wo du isst, in der Regel auch verfügbar, oder? Du musst nur an der richtigen Stelle zugreifen.

Es geht darum, dich in stressigen Zeiten bei 100 % zu halten, damit du deine Ziele leichter, besser und schneller erreichst. Es ist ein Trugschluss, dass du bei 100 % Performance bleibst, wenn du über Tage alle gesunden Routinen aufgibst. Ja, du kannst den Wagen einen Monat lang nicht waschen. Er fährt trotzdem. Aber tanken musst du. Gut essen, schlafen, entspannen ist wie tanken für deinen Körper – nicht „nice-to-have“ – wie Felgenreinigung – sondern notwendig.

Was solltest du tun?

Hier kommen drei praktische Tipps, wie du in stressigen Zeiten bei 100 % bleibst und deine Gesundheit nicht auf der Strecke bleibt:

  1. Lass dich nicht überraschen

Damit meine ich Folgendes: Meistens, wenn auch nicht immer, weißt du im Grunde doch vorher, was ungefähr auf dich zukommt. In der Regel kann man es kommen sehen. Ein Projekt, das in die entscheidende Phase geht. Ein Abgabetermin, der näher rückt. Ein Auftrag, der erteilt wurde. Eine Messe, die ansteht. Ein Kollege, der in Urlaub geht. Das Schuljahr, das anfängt. Was immer es ist, es fällt in der Regel nicht plötzlich vom Himmel.

Die Idee ist, so etwas schon im Vorfeld zu erkennen und zu antizipieren. Also eine angemessene Antwort vorzubereiten und parat zu haben, wenn es los geht.

Konkret: Geh doch mal deinen Kalender und deine Projekte durch. Wann wird es kritisch? Was steht wann an? Wo könnten Engpässe entstehen, was dich und deine Ressourcen angeht?

Deine Ressourcen sind:

  • Zeit
  • Energie
  • Aufmerksamkeit
  • Willenskraft

Alles wird leichter, sobald du nicht in eine Situation hineinstolperst, sondern vorbereitet bist. Das bringt uns zum zweiten Punkt.

  1. Bereite dich vor

Antizipieren heißt „vorweg nehmen.“ Also über die stressige Phase nachdenken und Lösungen finden, bevor die eigentliche Herausforderung  passiert und dir keine Zeit mehr lässt, nach Lösungen zu suchen.

Wenn du dir erst am zweiten Tag der wichtigsten Messe des Jahres Gedanken machst, wie du Sport und gute Ernährung in der Woche unterbringst, dann hast du vermutlich schlicht und einfach nicht die Energie, nach einem geeigneten Restaurant zu suchen, einen Park in der Nähe des Hotels zu finden, in dem du morgens in aller Ruhe noch eine Runde laufen kannst oder eine Tupperdose zu besorgen, um dir am Morgen ein paar gesunde Lebensmittel einzupacken und mit auf die Messe zu nehmen.

Wenn du dir aber ein paar Tage VORHER eine halbe Stunde Zeit nimmst, dann packst du dir vielleicht eine Trinkflasche und eine Tupperdose ein. Schaust nach, wo es einen Supermarkt gibt, um zwischendurch Obst, Käse oder gekochte Eier zu kaufen, damit du auf der Messe nicht immer auf Pommes und Würstchen angewiesen bist. Vielleicht schaust du mal, wo du morgens oder abends eine Rund spazieren gehen oder laufen kannst. Packst dir auch ein paar Laufschuhe ein, ein T-Shirt und eine Sporthose. Vielleicht gibt es im Hotel eine Fitness-Ecke. Was auch immer. Du überlegst dir schon vorher, was du zum Frühstück essen wirst und wie du dich zwischendurch versorgst. Entscheidest dich, früh ins zu Bett zu gehen, bis auf den Messeabend mit Kunden natürlich, und auch da musst du nicht zwingend der Letzte sein.

Für mich z.B. sind die kommenden 8 Tage vollgepackt mit wichtigen Terminen und langen Autofahrten. Und am 9. und 10. Tag steht für mich ein CrossFit-Wettkampf in Berlin an. Auf diese 10 Tage bereite ich mich konkret vor. Wie kann ich mich mit Lebensmitteln versorgen? Wann kann ich trainieren, wo und wie? Ich lege mir eine Yogamatte ins Auto, Tupperdose und Trinkflasche. Ich plane Zeit für Entspannung ein. Ich plane so, dass ich 8 Stunden Zeit zum schlafen habe. Und weil ich gut vorbereitet in diese 10 Tage starte, bleibe ich fit, entspannt und souverän.

Das nennt man antizipieren. Ein kluger Kopf ist vorbereitet. Nicht nur für die Herausforderung an sich. Für die Messe, die Deadline, die Arbeitsbelastung oder für die privaten Anforderungen, was immer das ist. Sondern auch darauf, dass er bis ins Ziel zu 100 % fit bleibt und die Belastung nicht nur irgendwie übersteht.

Vielleicht kennst du die Geschichte von dem Mann, der durch einen Wald reitet und auf Holzfäller trifft, die mit stumpfen Sägen Bäume fällen.

„Wie lange braucht ihr für einen Baum?“, fragt er.

„2 Stunden“, lautet die Antwort.

„Und wie lange braucht ihr mit einer scharfen Säge?“

“Kaum eine Stunde.“

„Wie lange dauert es denn, die Säge zu schärfen?“

„Eine halbe Stunde vielleicht, aber dafür haben wir keine Zeit. Es sind noch 10 Bäume und wir sind schon spät dran.“

Die Holzfäller sind sicher mit scharfen Sägen in den Wald gezogen, aber sie haben versäumt, zwischendurch die Säge zu schärfen, weil sie der Meinung waren, dafür keine Zeit zu haben.

Lass es nicht so weit kommen. Bereite dich vor. Und zwar im Idealfall vorab und dann immer wieder zwischendrin. Prüfe und schärfe deine Säge nach jedem einzelnen Baum, den du gefällt hast. Du hast die Zeit und die Mühe lohnt sich!

In stressigen Zeiten planst du täglich und zwar MORGENS, im Idealfall schriftlich. Morgens deshalb, weil du da hoffentlich ausgeschlafen und gedanklich aufgeräumt bist. Morgens ist die Willenskraft noch frisch aufgeladen und erholt und du wirst die richtigen Entscheidungen dahingehend treffen, was du für deine Gesundheit an diesem Tag tun wirst. Damit die Säge zu 100 % scharf bleibt.

Die richtigen Mahlzeiten, Entspannung, Schlaf. Triff diese Entscheidungen nicht, wenn du Hunger hast, angespannt oder erschöpft bist. Ich versichere dir, du triffst die besseren Entscheidungen, wenn du noch frisch und ausgeruht bist. Am Abend kannst du gern schon über den kommenden Tag nachdenken und dann schläfst du darüber und am Morgen triffst du deine Entscheidungen. Wenn du geplant hast, fällt es dir unter Druck leichter, die richtigen Dinge zu tun.

Ich plane eine stressige Woche und dann jeden einzelnen Tag in meinem Kalender mit Hilfe von To-dos, die ich wie Termine in den Kalender eintrage. Die werden mir dann tagsüber angezeigt und erinnern mich daran, was wann zu tun ist.

  1. Prioritäten setzen

Ja, an manchen Tagen muss ich natürlich Prioritäten setzen. Wenn ich nur 5 Stunden schlafen könnte, um neben der Arbeit auch noch Sport zu machen, verzichte ich auf Sport zugunsten von 1-2 Stunden mehr Schlaf. Ganz klar. Sport treibe ich an rund 200 Tagen im Jahr. Da kommt es auf den einen Tag nicht an. 5 Stunden Schlaf sind aber eindeutig zu wenig für einen Tag voller Herausforderungen.

Wenn ich beruflich und / oder privat sehr eingebunden bin, nehme ich mich auch mal bei Verabredungen im Freundes- und Bekanntenkreis raus, mähe den Rasen eine Woche später oder lass das Auto einen Samstag ungewaschen stehen.

Ich weiß nicht, was dir wichtig ist. Mir ist meine Gesundheit wirklich wichtig und diese zu erhalten, hat bei mir eine sehr hohe Priorität.

Da auch für mich der Tag nur 24 Stunden hat, fallen auch bei mir bestimmt Dinge hinten schon mal weg. Aber bis bei mir dir Gesundheit und alles, was dafür nötig ist, wegfällt, muss schon eine Menge passieren. Und zwar, weil mir vor einigen Jahren sehr bewusst geworden ist, dass die beste Version von mir alles besser kann, was mir wichtig ist, sonst wäre es nicht die beste Version von mir.

Ich weiß, wie die beste Version von mir entsteht. Und dass, was dafür zu tun oder zu lassen ist, gebe ich nicht auf, nur weil es gerade stressig wird. Im Gegenteil. Wenn ich zehn Bäume zu fällen habe, achte ich besonders darauf, dass meine Säge absolut scharf bleibt.

Auch du weißt, was zu tun ist:

  • Von stressigen Zeiten lässt du dich nicht überraschen.
  • Stattdessen siehst sie kommen.
  • Du antizipierst sie und hast schon vorher die richtigen Lösungen parat.
  • Du planst, was du tun wirst. Schon vorher und dann immer wieder zwischendrin.

Dann können stressige Phasen dir und deiner Gesundheit nichts anhaben. Du wirst überrascht sein, wie leicht dir die Dinge fallen, von denen du vorher geglaubt hast, du würdest sie unter Druck nicht hinbekommen.

Probier das mal aus. Bis Heiligabend wird sich vielleicht die eine oder andere Gelegenheit ergeben und wenn es soweit ist, schaust du hier einfach nochmal rein und tust, was zu tun ist.

Viel Spaß und bis zum nächsten Mal,
Dein Ralf Bohlmann

Leave a Reply