Echtes Essen!

„Essen Sie nichts, was Ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte – Goldene Regeln für gute Ernährung“ – so lautet der Titel des Buches von Michael Pollan – hier kannst du es bestellen.*

Heute sprechen wir über folgende Themen:

  • Die einzig relevante Ernährungfrage: Was soll ich essen?
  • Die Antwort dazu von Michael Pollan – in 7 Worten verdichtet:
  • Eat Food, not too much, mostly plants.
  • Was ist echtes Essen? – Erklärt in 24 einfachen Regeln im Buch von Michael Pollan.

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Die Seminare im Herbst 2018:

München: 13. Oktober 2018
Ludwigsburg: 20. Oktober 2018
Köln: 10. November 2018
Hamburg: 17. November 2018
Berlin: 24. November 2018

Jeweils Samstags von 10:00 – 18:00 Uhr.

Mehr Infos hier!

Vor ein paar Tagen habe ich eine Nachricht von Lena aus Kalifornien bekommen. Schön, dass ihr mich auch im sonnigen Kalifornien hört!

Übrigens hat Lena mir eine Nachricht über LinkedIn geschrieben. Ich habe einen Account bei LinkedIn und Xing, dort kannst du mich auch kontaktieren. Da bin ich etwas näher dran als bei Facebook und im Messenger. Bei Facebook und Messenger geht einiges manchmal unter, weil da leider immer mehr Unwichtiges und Banales gepostet wird. Allein das Relevante vom Irrelevanten zu trennen, ist mir zu mühsam geworden. Wer also Kontakt mit mir aufnehmen möchte – gerne ganz altmodisch per Email oder über Xing oder LinkedIn. Das kommt sicher bei mir an.

Zurück zu Lena. Sie hatte den Podcast zum Buch „Voll verzuckert“ gehört und mir ein paar Tipps geschickt. Vielen Dank auf diesem Wege. Einer davon bezog sich auf ein Buch von Michael Pollan. Das Buch ist noch immer auf dem Weg zu mir und ich kannte den Autor bereits. Ich hab mir spontan ein altes Buch von ihm aus dem Regal gesucht und dann gesehen, dass es eine wunderbare Neuauflage davon gibt.

Das, worum es in diesem Büchlein geht, klingt so banal, so simpel und ist doch so wichtig, dass es sich lohnt, nicht nur einen Beitrag daraus zu machen, sondern gleich drei. Das hier ist der erste davon.

Michael Pollan ist ein US-amerikanischer Journalist. Nicht irgendeiner, sondern Professor an der Berkeley Graduate School of Journalism der University of California.Er hat unter anderem Bücher über Ernährung geschrieben, aber nicht nur. Micheal Pollan ist 63 Jahre alt, 2006 hat er das Buch „Das Omnivoren-Dilemma“ geschrieben, 2008 „in Defense of Food.“ Umfangreiche, gut recherchierte und kritische Bücher über die Lebensmittelindustrie, unsere Ernährung und deren Folgen.

Darin erfährst du unter anderem, wie die Tiere leben, die wir essen, wie Pflanzen heutzutage angebaut werden, wie die Lebensmittel-Industrie arbeitet und uns manipuliert und was das alles mit uns macht.

Und was soll ich essen?

Ich mag die Frage. Sehr sogar. Ich persönlich setze mich als Podcaster und Autor ja auch damit auseinander. Für mich ist es auch wichtig, das Problem wirklich zu verstehen.Für die meisten Menschen ist das aber nicht wichtig. Wichtig ist nicht das Problemverständnis. Wichtig ist einzig und allein die Lösung. Michael Pollan hat das auch erkannt, nachdem seine ersten Bücher zum Thema Ernährung erschienen waren und er hat nach etwas gesucht, das so einfach und doch so relevant wie möglich ist. Relevant nicht für Gesundheitsexperten, sondern relevant für dich.

Pollan hat bei seinen jahrelangen Recherchen 3 Erkenntnisse gewonnen. Er bezeichnet sie als Fakten.

  1. In ausnahmslos allen Gesellschaften, die eine sogenannte „westliche Ernährungsform“ zu sich nehmen, leiden sehr viele Menschen an sogenannten Zivilisationskrankheiten: Übergewicht und Fettleibigkeit, Diabetes Typ 2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs.
  2. Gesellschaften, die eine breite Palette traditioneller Ernährungsformen zu sich nehmen, leiden im Allgemeinen an den genannten chronischen Erkrankungen nicht, wobei bzw. obwohl sich diese Ernährungsformen zum Teil ganz erheblich unterscheiden.
  3. Der Gesundheitszustand von Menschen, die sich moderat von der westlichen Ernährung verabschieden, verbessert sich dramatisch: 80 % weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen, 90 % weniger Diabetes, 70 % weniger Darmkrebs.

Micheal Pollan versucht das zu verdichten.

Was kennzeichnet die sogenannte „westliche Ernährung“, die uns nicht gut tut?

Was kennzeichnet die „traditionellen Ernährungsformen“, die offenbar sehr viel besser zu uns passen?

Gar nicht so einfach. Traditionell, das bedeutet für einen Eskimo „Robbenspeck“ und für einen Indianer in Mittelamerika „Mais und Bohnen“.

Micheal Pollan hat das ganze Thema „Was soll ich essen?“ schließlich auf 7 Worte verdichtet. 7 Worte, aus denen ich wahrscheinlich 3 Beiträge mache, weil es sich lohnt.

Das sind die 7 Worte:

Eat food, not too much, mostly plants.

Das ist alles!
So simpel und so relevant – wenn du es verstanden hast und wenn du es umsetzt.

Iss Essen, nicht zu viel, vorwiegend Pflanzen.

Jetzt fragst du dich vermutlich, was das heißen soll.
Iss Essen – ja was denn sonst?
Nicht zu viel – weiß ich selbst.
Vorwiegend Pflanzen – ?

Das bedarf einer näheren Erklärung und die liefert Michael Pollan auch. Und das macht er ziemlich geschickt. Er bricht das Ganze auf die 3 Kernaussagen runter:

  1. eat food
  2. not too much
  3. mostly plants

Zu diesen Kernaussagen präsentiert er Regeln. Diese bestehen aus kurzen Sätzen wie: „Meiden Sie Lebensmittel, für die im Fernsehen geworben wird“ oder „Kaufen Sie kleinere Teller.“

Und damit trifft er den Kern des ganzen Dilemmas: Er formuliert einfache Regeln, die die Lösung und nicht das Problem in den Fokus stellen.

In der Original-Ausgabe von 2009 sind es 63 Regeln, in der aktuellen Ausgabe von 2017 sind es 82. Manche haben einen kurzen Text zur Erläuterung, manche erklären sich von ganz allein. Die Regeln stammen übrigens von Großmüttern, Buchlesern, Bloglesern etc. und sind vom Autor ausgewählt und zusammengetragen.

Die aktuelle Ausgabe des Buches heißt „Essen Sie nichts, was ihre Großmutter nicht als Essen erkannt hätte – Goldene Regeln für gute Ernährung“. Ein kleines Paperback, wunderschön illustriert und für günstige 10 € zu bekommen.

Die Idee ist, dass du das Büchlein liest – dazu reicht ein Nachmittag – und dass die Regeln im Gedächtnis bleiben, die für dich passen und die dir einleuchten.

Heute geht es um die Regeln zur 1. Kernaussage: Eat food

 

In der Einführung heißt es:

„Die in diesem Abschnitt aufgeführten Regeln helfen Ihnen, echte Lebensmittel – jene Pflanzen, Tiere und Pilze, die seit Generationen von Menschen gegessen werden – von den hochgradig verarbeiteten Produkten der modernen Lebensmittelwissenschaften zu unterscheiden, die den Lebensmittelmarkt und die Ernährung in den Industrienationen immer stärker beherrschen. Jede Regel gibt Ihnen ein anderes Raster an die Hand, mit dem Sie das eine von dem anderen unterscheiden können, aber alle verfolgen ein gemeinsames Ziel: Sie wollen dafür sorgen, dass kein ungesundes Zeug im Einkaufswagen landet.“

Es geht darum, echtes Essen von „essbaren, nahrungsmittelähnlichen Substanzen und Artikeln“ zu unterscheiden – und letztere wegzulassen.

Ich mag die Unterscheidung: Iss Essen meint, lass alles weg, was hochgradig verarbeitet oder sogar im Labor von Chemikern erfunden wurde.

Choco Pops oder Frühstücks-Pops von Kellogg´s und Co. Jemand, der vor 100 Jahren gelebt hat, würde sowas nicht als Lebensmittel erkennen. Die sehen doch aus wie diese Styropor-Flocken, die manchmal als Füllmaterial in Verpackungen zu finden sind. Wie Krümelchen aus Bauschaum. Was ist das eigentlich? Ist das Bauschaum mit Zucker und Farbstoff? Meiner Meinung nach schon.

Kennst du Scheibletten? Die einzeln in Folie verpackten, klebrigen, gelben Quadrate von der Größe eines Bierdeckels? Früher hat man die für Hawaii-Toast genommen. Je eine Scheibe Toast, Schinken, Ananas und ein Scheibe Scheiblette drüber, im Ofen überbacken, fertig. Scheibletten – das ist ein essbarer, nahrungsmittelähnlicher Artikel, der einem echten Lebens-Mittel ähnlich sieht: dem Käse nämlich.

Sahne aus der Sprühdose ist kein echtes Essen, sondern eine essbare, nahrungsmittelähnliche Substanz. Was glaubst du, wie viel chemisches Knowhow nötig ist, um sowas zu produzieren und was glaubst du, wie viel das mit einem echten Lebens-Mittel zutun hat? Mit echtem Essen?

Bei eat food, geht es darum, „echtes“ Essen zu sich zu nehmen und nahrungsmittelähnlichen Substanzen aus dem Weg zu gehen, weil sie Stoffe enthalten, mit denen du in deiner Küche freiwillig niemals hantieren würdest und weil ihnen all die Stoffe fehlen, von denen wir teilweise noch nicht mal genau wissen, dass wir sie brauchen. Dinge, die in echten Lebens-Mitteln enthalten sind, die von der Natur komponiert wurden oder an die uns die Natur über ein paar Millionen Jahre hinweg angepasst hat.

Die Devise lautet: so natürlich und unverarbeitet wir möglich.

Garen fällt dabei nicht unter Verarbeitung, denn durch Garen werden manche Lebensmittel für uns erst bekömmlich. Aber alles, was darüber hinaus geht, macht ein Lebensmittel nicht besser sondern haltbarer, bunter, geschmacklich unwiderstehlicher und dabei gehen immer Vitalstoffe verloren. Genau die Stoffe, die wir für ein gesundes Leben brauchen.

Hier ein paar beispielhafte Regeln zur Veranschaulichung:

  • Essen Sie Lebens- Mittel.
  • Meiden Sie Nahrungsmittel, die mehr als 5 Zutaten enthalten.
  • Meiden Sie Produkte mit Zutaten, die ein Drittklässler nicht aussprechen kann.
  • Meiden Sie Nahrungsmittel, die behaupten, gesund zu sein.
  • Essen Sie nur Lebensmittel, die verderben kö Was nicht verderben kann, ist schon tot. Mit Ausnahme von Honig.
  • Kaufen Sie Snacks auf dem Wochenmarkt, dann sind es vermutlich frische oder getrocknete Früchte oder Nüsse und nicht Chips oder Schokoriegel.
  • Was durch das Fenster deines Autos zu Ihnen kommt, ist kein Lebensmittel.
  • Was in allen Sprachen denselben Namen hat, ist kein Lebensmittel. Big Mac, Pringles, Mars etc.
  • Wenn du echte Lebens-Mittel isst, brauchst du keine Regeln.

Mein Tipp für diese Woche

Geh durch deine Küche und durchsuche deinen Kühlschrank. Schmeiß alles raus, von dem dir selbst klar ist, dass es sich dabei nicht um echtes Essen handelt, sondern um etwas essbares, nahrungsmittelähnliches.

Überprüfe alles, wirklich alles, was in deinen Mund wandert, dahingehend – auch Getränke, einen Zigarettenfilter oder Kaugummis – ob es sich dabei um echtes Essen handelt oder um etwas, das essbar ist und dir wie ein Nahrungsmittel vorkommt, wenn du nicht darüber nachdenkst. Und dann denk nochmal darüber nach.

Du kannst dir für den nächsten Einkauf einen Zettel ins Portmonee legen oder an den Kühlschrank kleben oder als Startbildschirm deines Smartphones festlegen:

Iss Lebens-Mittel – echtes Essen.

Also – deine Aufgabe für die kommende Woche:

Essbare, nahrungsmittelähnliche Artikel und Substanzen als solche erkennen und vermeiden und stattdessen echtes Essen essen.

Viel Spaß und bis nächste Woche.

Michael Pollan Real Food

Hier der Link zu dem Buch.*

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