Das Streben nach Gesundheit, Fitness, Figur …

Hast du schon mal Menschen beobachtet, die für ihre Gesundheit, ihre Figur oder ihre Fitness ihre Komfortzone weit hinter sich lassen? Und dich gefragt, ob sie es nicht übertreiben? Sich anstrengen und verzichten, um schlank und fit zu sein – macht das wirklich glücklich? Ich sage dir, was ich darüber denke:

  • ein Kommentar zu einem Facebook-Post
  • zwei Perspektiven zum Thema
  • Befriedigung oder Ersatzbefriedigung?
  • das Glück liegt hinter der Anstrengung

Ich könnte die Frage nach dem Glück ganz einfach biochemisch erklären: Über die beteiligten Glückshormone, für die es natürlich Bausteine braucht, die man selbstverständlich gegessen und im Blut vorhanden haben darf, damit es klappt. Aber darum soll es heute nicht gehen.

Lass mich kurz erzählen, wie ich auf das Thema von heute komme.

Ich war in der Woche vor Ostern auf einem CrossFit-Wettkampf in Athen. Dort sind über 500 Sportler aus ganz Europa zusammen gekommen. Sportler in Altersklassen von 16 Jahren bis 50+.

Um sich für diesen Wettkampf zu qualifizieren, mussten wir vor einigen Wochen 3 Workouts daheim in unserer CrossFit-Box durchführen, uns dabei filmen und die Ergebnisse und das Video online einreichen. Die Besten der Qualifikation wurden dann zu dem Finale eingeladen.

Nicole konnte sich in ihrer Altersklasse 40+ qualifizieren und ich konnte mich in meiner Altersklasse 50+ qualifizieren. Zwar knapp, aber immerhin.

Und so sind wir dann am Donnerstag in der Woche vor Ostern nach Athen geflogen, haben am Abend unsere Startunterlagen abgeholt und haben am Freitag, Samstag und Sonntag jeweils 2 Workouts absolviert, um uns mit den anderen Sportlern unserer Altersklasse im sportlichen Wettstreit zu messen. Wir waren jeweils die einzigen Deutschen und unsere Gegner kamen aus Finnland, Spanien, Griechenland, England, den Niederlanden, Ungarn, Italien, Portugal. Das war schon ziemlich cool.

Nicole wurde 3. in ihrer Altersklasse und ich wurde 7. bei den Männern über 50. Soweit ich weiß, war ich übrigens der älteste aller Teilnehmer.

Das Ganze war schon etwas Besonderes und so habe ich einige Videos und Bilder davon auf meiner Facebook-Seite und auf meinem Instagram-Account gepostet.

In einem der Videos bin ich beim sogenannten Clean zu sehen. Da bringt man eine Langhantel vom Boden in die sogenannte Front-Rack-Position. Am Anfang liegt die Hantel auf dem Boden, am Ende der Bewegung steht man aufrecht und hält bzw. legt die Hantel etwa auf Höhe des Schlüsselbeins ab. Bei der Aufnahme wog die Hantel 60 kg und wir mussten diese Bewegung in dieser Runde 12 Mal durchführen, neben diversen anderen Bewegungen. Das ist ein typisches CrossFit-Workout mit 3 verschiedenen Elementen, davon 3 Runden und das auf Zeit. 11 Minuten Zeitlimit. Das sieht dann schon nach Anstrengung aus.

Ein Kommentar zu dem Video lautete: Und das macht glücklich?

Ich habe etwas gebraucht, um die Frage zu verstehen. Und ich habe in den folgenden Tagen immer wieder an die Frage gedacht.

Ein paar Tage später habe ich auf dem Facebook-Account zu dem Wettkampf ein Foto gefunden, das vom Veranstalter aufgenommen wurde und das mich beim 1. der 6 Workouts in Athen zeigt: ein 3000-Meter-Lauf, den ich in meiner Altersklasse gewonnen habe. Das Bild wurde kurz vor der Ziellinie beim Endspurt aufgenommen, beim Versuch, den Läufer vor mir noch einzuholen, der, wie sich herausgestellt hat, gar nicht mein Gegner war. Sondern 7 Jahre jünger und Sieger in der Altersklasse unter mir. 2 Sekunden haben mir gefehlt. Fuchst mich bis heute.

Ich habe auch dieses Foto gepostet. Es zeigt aus meiner Sicht genau das, was ich in diesem Augenblick, 20 Meter vor dem Ziel, 2 Sekunden hinter einem vermeintlichen Mitstreiter, empfunden habe: 100 % Fokus, den unbedingten Willen ihn einzuholen. In dem Augenblick hatte nur eine einzige Sache Platz in meinem Kopf: ihn einzuholen. Und genau das sieht man auf dem Bild auch.

Auch dieses Bild wurde kommentiert: Die Frage ist, welchen Platz nehmen diese Ziele ein? Viele sportliche Ziele / Extreme sind eine Art „Ersatzbefriedigung“ der persönlichen Bedürfnisse.

Jemand anderes hat sich sogar die Mühe gemacht, das Bild auszuschneiden und ein Bild von mir daneben gestellt, auf dem ich entspannt in die Kamera des Fotografen lächle, und dazu sinngemäß geschrieben: Genau, siehe den Unterschied.

Vielleicht ging es bei den genannten Kommentaren nur um die Frage, ob mein Hobby, CrossFit, glücklich macht. Könnte sein.

In dem Fall ist die Antwort einfach: Ein Hobby ist, soweit ich das verstanden habe, etwas, das man freiwillig tut. Weil es einem auf irgendeine Weise etwas gibt. Zum Beispiel Freude, Spaß, Anerkennung, soziale Kontakte, was auch immer.

Wenn einem ein Hobby nichts geben würde, dann würde man es ja lassen, oder? Also darf man davon ausgehen, dass ein Hobby „glücklich“ macht.

Und jedem von uns dürfte auch klar sein, dass ganz unterschiedliche Hobbys ganz unterschiedliche Menschen glücklich machen. Ich finde vielleicht das Sammeln von Porzellantassen langweilig oder Nordic Walking oder Serien schauen bei Netflix. Und ein Briefmarkensammler oder Serienfan findet womöglich CrossFit völlig crazy. Aber wie gesagt, uns ist ja klar, dass wir alle unterschiedlich sind und das finde ich ja gerade spannend. Schön, dass wir alle so unterschiedlich sind.

Mich haben die Kommentare dazu gebracht, während des Osterurlaubs über diese Frage nachzudenken:

Macht das, worum es hier geht, glücklich? 

Ganz allgemein geht es hier darum, schlank zu sein, fit zu sein, gesund zu sein und auch etwas dafür zu tun. Sich dafür auch mal anzustrengen oder sich dafür auch mal einzuschränken.

Schlank SEIN wollen wir natürlich alle. Fit SEIN und gesund SEIN auch.
Nur was ist mit dem schlank WERDEN, fit WERDEN, gesund WERDEN?

Es gibt hier 2 Perspektiven, die du einnehmen könntest:

  • Vielleicht hast du dich selbst schon mal gefragt, ob das denn nun glücklich macht, wenn jemand das Brötchen und die Marmelade beim Frühstück ignoriert, die Pasta gegen Gemüse tauscht, auf Alkohol verzichtet oder sich beim Sport auch mal bis zur Erschöpfung anstrengt.
  • Vielleicht ist dir schon mal jemand mit Unverständnis begegnet, weil du leere Kohlenhydrate weglässt, keinen Alkohol trinkst oder bei Regen und Kälte laufen gehst und einfach weiterläufst, auch wenn du die Komfortzone längst verlassen hast.

Falls du zu der ersten Gruppe gehörst und dir nicht vorstellen kannst, dass das Streben nach Gesundheit, Fitness, einer tollen Figur, Vitalität und Lebensfreude und allem, was zu diesem Streben dazu gehört, glücklich macht, möchte ich folgende Gedanken mit dir teilen:

  1. Ich kann dich verstehen

Mir selbst geht es in anderen Lebensbereichen genau so.

Ich kann mir zum Beispiel nur schwer vorstellen, dass das Streben nach Reichtum glücklich macht, wenn es bedeutet, 12 oder mehr Stunden am Tag in einem Büro zu sitzen. Die besten drei oder vier Jahrzehnte des Lebens auf der Karriereleiter bei der Jagd nach der nächsten Beförderung zu verbringen. Oder als Unternehmer jahrzehntelang rund um die Uhr immer und ständig für alles und jeden zuständig zu sein. Und doch macht es manche Menschen glücklich. Nicht alle, aber es gibt Vollblut-unternehmer, die so leben und mit niemandem tauschen möchten.

  1. Betrachte nicht nur den Augenblick

Ich glaube, es macht Sinn, nicht nur den Augenblick der Anstrengung zu betrachten, sondern einen Schritt zurück zu treten und das größere Ganze zu betrachten. Das, was man von außen in dem einen Augenblick nicht erkennen kann. Die einzelne Anstrengung und der einzelne Verzicht ist – vielleicht – nicht der Augenblick des gefühlten Glücks. Der liegt gern auch mal hinter der Anstrengung. Manchmal nur wenige Augenblicke dahinter. Beobachte mal die Menschen hinter der Ziellinie eine Volkslaufes oder gar eines Marathons. Wer das einmal erlebt hat, weiß, wovon ich spreche. So viel Glück, so viel Befriedigung wünsche ich jedem Menschen einmal im Leben. Ich bekomme eine Gänsehaut, während ich das hier schreibe, allein bei dem Gedanken an das Gefühl, das ich bei vielen sportlichen Ereignissen immer wieder erleben durfte. Zuletzt in Athen vor 10 Tagen.

Auch im Kleinen, Alltäglichen ist das so. Es fühlt sich gut an, nach dem Sport unter der Dusche. Es fühlt sich gut an, auf der Waage nach eine Woche in der Ketose oder vor dem Spiegel nach einem halben Jahr „besser essen“ und drei Mal Sport in der Woche. Es fühlt sich einfach gut an. Ja – es macht glücklich! Vielleicht nicht jeden, das mag sein. Vielleicht auch nur noch nicht.

  1. Putzt du Zähne?

Die meisten Menschen tun das in einer gewissen Regelmäßigkeit. Macht das glücklich? Ich meine die Tätigkeit an sich? Eher nicht, aber natürlich tun wir es trotzdem. Obwohl rein gar nichts passiert, wenn wir es dieses eine Mal nicht tun.

Wir tun es für das strahlende Lächeln, das wir haben und uns gern erhalten wollen. Wir tun es, um richtig kauen und essen zu können. Wir haben uns einfach daran gewöhnt. Oder besser, unsere Eltern haben uns daran gewöhnt. Sie haben es so lange eingefordert, auch mit Nachdruck, bis wir es aus Gewohnheit getan haben und bis wir in der Lage waren, es in weiser Voraussicht zu tun. Und heute machen wir es vielleicht sogar für das frische Gefühl nach dem Zähneputzen. Trotz der klitzekleinen Anstrengung, die es nun mal bedeutet, kurz ins Bad zu gehen und für 3 Minuten die Bürste in den Mund zu halten. So ist das auch mit dem Sport, mit der Entspannung, mit dem früh-zu-Bett-gehen und mit dem besser-essen. Die, die regelmäßig kleine und große Anstrengungen und / oder Einschränkungen auf sich nehmen, für ihre Gesundheit, Figur und Fitness, haben sich einfach daran gewöhnt. Es tut nicht weh. Im Gegenteil, es wird jedes einzelne Mal mit dem guten Gefühl belohnt, das Richtige getan zu haben.

  1. Sportliche Ziele, Extreme und Ersatzbefriedigung

Mir hat jemand geschrieben, dass doch wohl etwas schief laufen müsse, wenn der Nachbar jeden Tag einen Halbmarathon läuft. Wirklich? Warum? Jemand, der jeden Tag 20 km läuft, der läuft das bald ganz entspannt in deutlich unter 2 Stunden. Warum denn nicht? Wenn es ihn glücklich macht? Mich hat das auch eine Zeit lang glücklich gemacht. Ich kenne Menschen, die verbringen jeden Tag 2 Stunden vor dem Fernseher, dem iPad, dem Computer oder mit dem Smartphone in der Hand. Der Durchschnittsdeutsche verbringt am Tag 221 Minuten vor dem Fernseher. Was läuft denn da schief? Wer betreibt dann da ein Extrem und wer betreibt Ersatzbefriedigung? Der tägliche Läufer oder der tägliche Glotzer? Das Laufen befriedigt aus meiner ganz persönlichen Sicht ein ganz menschliches und sehr natürliches Bedürfnis nach Bewegung und 20 km am Tag sind für den Homo sapiens alles andere als extrem. Es entspricht ungefähr der Distanz, die Menschen in ihrer gesamten Evolution jeden Tag zu Fuß zurück gelegt haben. Millionen Jahre lang bis auf die letzten 50 oder 100 Jahre. Unser Körper ist dafür gemacht. Kein Problem. Und wenn jemand die anderen Bedürfnisse bereits befriedigt hat, die zu einem erfüllten, glücklichen Leben dazugehören (Sicherheit, Unabhängigkeit, Freiheit | Liebe, Freundschaft, Beziehungen | Anerkennung |Freude, Spaß, Genuss), dann ist Sport, auch in einem Ausmaß, das einem, der eher gemütlich unterwegs ist, vielleicht extrem vorkommt, keine Ersatzbefriedigung – sondern die ganz normale Befriedigung eines ganz natürlichen Bedürfnisses. Und deutlich weniger destruktiv als vieles, was viele von uns für völlig normal halten. Zum Beispiel nach einem Tag im Büro am Computer noch 2 Stunden auf der Couch auf einen anderen Monitor zu schauen.

Zurück zur Ausgangsfrage:

Macht es glücklich, nach Gesundheit, Figur, Fitness und / oder Vitalität zu streben und auch etwas dafür zu tun? Sich dafür auch mal anzustrengen oder einzuschränken? 

 

Ja, das tut es! Unbedingt!

  • Ebenso, wie es glücklich macht, sich sicher, frei und unabhängig zu fühlen und etwas dafür zu tun.
  • Ebenso, wie es glücklich macht, Liebe, Freundschaft und Zuneigung zu geben und zu bekommen und etwas dafür zu tun.
  • Ebenso, wie es glücklich macht, etwas Sinnvolles zu tun und sich dafür anzustrengen oder einzuschränken.
  • Und ebenso, wie es glücklich machen darf und sollte nach Glück, Freude, Spaß, Genuss und Begeisterung zu streben.

Jeder nach seinen Vorlieben und Vorstellungen. Jeder darf und sollte das tun, was ihn glücklich macht.

Und glücklich ist der, der das von sich glaubt.

Ich mache meinen Job als Podcaster, Coach und Speaker, weil ich in möglichst viele glückliche Gesichter schauen möchte, und mir ist vollkommen egal, was jemand anderes tut oder lässt, um glücklich zu sein. Wenn er es denn auch wirklich ist.

Und jetzt zu dir, falls du derjenige bist, der auf Unverständnis stößt, für das, was du tust, für die Anstrengungen, die du unternimmst und für die Einschränkungen, die du bereit bist auf dich zu nehmen für die nächste beste Version von dir.

  1. Sei milde und verständnisvoll mit den Menschen, die es nicht verstehen

Die es vielleicht noch nicht verstehen. Vielleicht hast du auch eine Weile gebraucht, um dahin zu kommen, wo du heute bist. Vielleicht werden sie es irgendwann verstehen. Am ehesten, wenn sie dich dabei beobachten, wie du Ziele erreichst, die sie selbst gern erreichen möchten.

  1. Halte dich nicht für überlegen

Du hast vielleicht etwas verstanden, was der eine oder andere (noch) nicht verstanden hat. Das mag sein. Aber denke an zwei Dinge: Erstens, wir haben doch auch etwas gebraucht, oder? Zweitens, lass uns davon ausgehen, dass andere Menschen auch etwas verstanden haben, für das wir vielleicht noch etwas brauchen.

  1. Lass dich nicht beirren, einlullen oder zurechtstutzen

Gründe dafür, deine Ziele beharrlich und mit Spaß und Freude zu verfolgen, habe ich dir in den letzten Minuten genug an die Hand gegeben und dir fallen sicher noch viel mehr ein.

  1. Go for it!

Lass es krachen und hab Spaß dabei. Erfreue dich daran, das Richtige zu tun und freue dich darauf, deine Ziele zu erreichen. Früher oder später.

 

Im Leben gibt es den immer währenden Konflikt zwischen der kurzfristigen Befriedigung auf der einen Seite und dem Erreichen langfristiger Ziele auf der anderen Seite. Der Teufel auf der linken Schulter flüstert dir ins Ohr „bleib‘ einfach liegen, hol dir die Schokolade und schalte den Fernseher an“ und der Engel auf der rechten Schulter flüstert „hol deine Turnschuhe, lauf ‘ne Runde und dann iss einen Apfel“.

Und wer von beiden wird dein Freund? Der, dem du die Hand reichst!

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Alles klar? Alles klar! Viel Spaß, viel Freude und viel Erfolg! 

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