Fitness-Armbänder – Spielerei oder sinnvolle Unterstützung?

Seit einiger Zeit sieht man immer mehr Menschen, mit diesen Fitness-Armbändern rumlaufen. Schmale, breite, schwarze, bunte. Wo früher die Armbanduhr saß, da sitzt heute gern auch mal ein Fitness-Tracker. Braucht man sowas? Wirklich? Wozu sind die gut? Was können die eigentlich. Wie gut funktioniert das? Wie lange hält der Akku…

Fragen über Fragen…

Ich war bisher ohne sowas ausgekommen und zu Weihnachten habe ich mir nun so ein Ding zugelegt. Weil ich neugierig bin. Und jetzt, nach 3 Woche Probezeit, kann ich ein Fazit ziehen und dir berichten.

Fitness Tracker sind kleine, elektronische Geräte, die körperlichen Aktivitäten und teilweise auch Körperfunktionen (z.B. die Herzfrequenz) messen, aufzeichnen, aufzeichnen und darstellen.

Die Dinger sind dazu da, dir zu zeigen, wie viel oder besser gesagt, wie wenig du dich bewegst. Der Sinn ist, dass dich das dann animiert, dich MEHR zu bewegen. Der Hauptzweck all dieser Geräte ist, dich zu einem gesünderen Verhalten zu motivieren. Und das funktioniert bei vielen von uns ziemlich gut. Nicht bei allen, aber bei vielen. Fitness-Armbänger nutzen einen Trick um dich zu motivieren. Dopamin! 

Sie zeigen dir genau, wie faul du warst. Oder wie fleißig. Sie machen also entweder ein schlechtes Gewissen „was nur 1.548 Schritte?“ oder sie belohnen dich. Du schaust auf das Display, siehst „7.956 Schritte“ und bekommst einen kleinen Schuss Dopamin. Das Belohnungshormon. Ein Glückshormon. Das fühlt sich gut an. Und dann gehst du noch ein Stück zu Fuß, nochmal zum Kollegen, anstatt anzurufen, und sammelst nochmal 400 Schritte. Zack, schon 8.356 Schritte. Und du bekommst wieder einen kleinen Schuss Dopamin. Und wenn du deine 10.000 Schritts erledigt hast, dann vibriert dein Tracker und im Display gibt’s ein Feuerwerk. Hurra, Ziel erreicht. Dopamin.

Sie bedienen sich deines Belohnungssystems um dich zu mehr Bewegung oder gesünderem Verhalten zu animieren. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Es funktioniert wirklich. Zumindest bei mir und zumindest bis jetzt. Ich war auch bisher kein Bewegungsmuffel und trotzdem hat mich mein neues Armband dazu gebracht, nochmal ein Schippe drauf zu legen. Und zwar nicht nur bei den Schritten. Mein neuer Fitbit Charge 2 kann noch viel mehr.

Die aller einfachste Version eines Fitness Trackers oder Activity Trackers ist ein simpler, mechanischer Schrittzähler, den man mit einem Clip am Gürtel trägt. Früher hatten passionierte Wanderer sowas. Findet man heute kaum noch. Heute sind elektronische Geräte günstiger und bieten deutlich mehr. Also reden wir über diese modernen, kleinen Dinger. Die werden meistens am Handgelenk getragen werden. Es gibt allerdings auch als Zubehör Clips, um sie am Gürtel zu tragen. Manche kann man auch an einer Kette um den Hals tragen oder einfach in die Hosentasche stecken.

Über einen Sensor nehmen sie Bewegungen war und schließen darauf auf die Anzahl der Schritte. Das funktioniert ziemlich gut. Nicht zu 100% genau, aber es funktioniert genau genug für den Zweck. Es kommt vor, das ein paar Schritte nicht erkannt werden und hin und wieder werden auch ein paar Schritte gezählt, obwohl ich im Auto sitze. Die geringe Fehlerquote eines guten Fitness-Armbandes spielt aber in der Praxis keine Rolle. Wenn du 1.000 Schritte gemacht hast, spielt es keine Rolle, ob im Display 1.014 oder 982 Schritt stehen. Alles Schleifpapier.

Das System rechnet anhand der Anzahl der Schritte noch einiges aus. Zum Beispiel die vermutlich zurück gelegte Distanz. Das geschieht anhand der Schrittlänge die du irgendwo einstellen kannst. Du kannst auch in der Regel irgendwo dein Größe und dein Gewicht eingeben und dann wird damit berechnet, wieviele Kalorien du vermutlich verbrannt hast. Das Ergebnis ist nicht sehr genau. Mehr so ein Anhaltspunkt.

Das Grundfunktionen eines einfachen Activity Trackers:

  • Anzahl Schritte
  • zurückgelegt Entfernung
  • verbrannt Kalorien

Ein Klassiker in diesem Segment ist der Fitbit One.

Ich habe mich für ein Gerät der Mitteklasse entschieden. Für den Fitbit Charge 2. Der kann schon deutlich mehr. Unter anderem misst er kontinuierlich die Pulsfrequenz.

Mein Armband zählt auch, wieviele Etagen ich zu Fuß über die Treppe genommen habe. Ich wohne im 4. Stock, da kommt was zusammen. Über die Messung der Pulsfrequenz über einen Sensor am Handgelenk stellt mein Armband fest, ob ich ruhig sitze, mich bewege, Sport treibe oder schlafe. Die Pulsfrequenz über den Tag läßt eine ziemlich gute Auswertung meiner Aktivität und auch meines Fitness-Status an sich zu. Aus meiner Pulsfrequenz in Ruhe, meiner Pulsfrequenz bei Belastung und aus meinem Alter kann das System meine allgemeine Kardio-Fitness bestimmen. Das wird den Anforderungen eines Olympia-Teilnehmers sicher nicht gerecht, aber mal ehrlich, für dich und für mich reicht das allemal aus.

Bei mir steht da: Ihr Wert ist exzellent für einen Mann in Ihrem Alter. Na schönen Dank auch. Was heißt denn „Mann in Ihrem Alter“? Schwamm drüber.

Also mein Gerät ist über Bluetooth mit meinem Smartphone verbunden. Und da läuft eine passende App vom Hersteller. Mein Armband und die App werden automatisch und ständig synchronisiert. Ich kann auf das Display meine Armbandes schauen und sehe da Uhrzeit, Datum, Schritte und aktuelle Pulsfrequenz im Display.Wenn ich mag, kann ich mich noch durch verschiedene Menüs mit noch wesentlich mehr Angaben klicken. Oder ich schaue in die App auf dem Smartphone und da sehen ich dann die vollständige Auswertung der Daten von meinem Handgelenk.

Ich sehen die Schritt, die gegangene Distanz, die verbrannten Kalorien, die Etagen, die aktiven Minuten. Ich sehe auch, in wie vielen Stunden ich mindestens 250 Schritte gegangen bin, wieviele Stunden ich geschlafen habe, von wann bis wann ich geschlafen habe, wie oft ich aufgewacht bin, wie lange ich wach lag. Allein diese Schlaffunktionen sind sehr interessant. Ich kann mir ansehen, wie meine Pulsfrequenz über den Tag ausgesehen hat. Ob ich beim Sport vermutlich in der Fettverbrennung trainiert habe, im Kardio-Bereich oder im Vollgas-Bereich. In der App kann ich auch meine Gewicht protokollieren und verfolgen. Das wird natürlich nicht am Handgelenk gemessen, aber ich kann es eintragen und verfolgen.

Ich kann zudem, und das ist sehr spannend, meine Ernährung protokollieren und verfolgen. Ich trage in er APP ein, was ich gegessen habe. Das Programm rechnet die enthaltenen Kalorien aus und sagt mir, wieviel ich noch essen darf, um mein Gewicht zu halten, abzunehmen oder zuzunehmen. Je nachdem was mein Ziel ist. Zu guter Letzt kann ich mit dem Fitness-Abend sogar geführte Entspannungs-Übungen machen. Einatmen, ausatmen, runterkommen – mit Anleitung.

Fitbit Charge 2 small

Ein Fitness-Armband wie der Fitbit Charge 2 kann dich in 4 Bereichen unterstützen.

  1. Ernährung
  2. Bewegung,
  3. Entspannng
  4. Schlaf

Nicht schlecht für ein kleines, schickes Armband.

Jetzt gibt es da draußen 100 verschiedene Modelle für jeden Geschmack und ich habe nicht alle getestet. Ich habe tagelang recherchiert und mich für ein Modell entschieden, das perfekt zu mir passt. Und ich habe es nicht bereut.

  • Ich wollte ein Modell, dass die Armbanduhr ersetzt und auf den ersten Blick Uhrzeit, Datum, Schritte und Pulsfrequenz darstellt.
  • Es sollte leichter und schmaler sein als eine Armbanduhr.
  • Ich wollte etwas, das ich mit verschiedenen Armbändern meinem Outfit anpassen kann. Ein blaues Armband beim Sport und ein schickes Metall-Armband für den Abend.
  • Ich wollte eine leichte Bedienung und eine gut gemacht APP auf dem SmartPhone.
  • Etwas, das auch Stoppuhr und Wecker ist.
  • Mein Tracker zeigt mir sogar noch eingehende Nachrichten auf dem Display und vibriert, wenn das Handy im Nebenzimmer klingelt. 

Ich kann leider keinen vollständigen Test oder Vergleich verschiedener Modelle abliefern. Das soll auch nicht Sinn dieses Podcast sein. Ich habe ein Modell nach gründlicher Recherche ausprobiert und das kann ich ohne Einschränkungen empfehlen. Seit ich es habe, liegt meine Apple-Watch in der Schublade. Ich bin nach 3 Wochen noch immer begeistert.

  • Fitness Tracker, Fitness-Armbänder oder Activity Tracker sind dazu da, dich zu mehr Bewegung und zu einem gesünderen Verhalten zu animieren. Das funktioniert, zumindest bei mir.
  • Du kannst mit einem modernen Tracker und der passenden APP deine Ernährung, Bewegung und deinen Schlaf verfolgen und sogar Entspannungsübungen machen.
  • Nebenbei gibt es schicke Armbänder für jeden Anlass und wenn du technische Gadgets magst, dann wirst du die Dinger lieben.

Muss man sowas haben? NEIN. Mein Tipp: JA. 

Fitness-Armbänder sind eine  sinnvolle Unterstützung für einen gesunden Lifestyle.

Vielleicht hast du ja bald Geburtstag oder Namenstag oder Hochzeitstag. Liebe Frauen: Männer stehen total auf so etwas. Liebe Männer: für Frauen gibt es Armbänder in Rose-Gold für ne schmale Mark.

Viel Spaß damit, dein Ralf Bohlmann

Join the discussion 8 Comments

  • Martina sagt:

    Hallo Ralf, Wettberbe mit/gegen Freunde finde ich auch eine totale Motivation und hilft mir ungemein, meinen Hintern nochmal zu bewegen, auch wenn ich eigentlich platt bin. Hab den Charge HR seit 1,5 Jahren und konnte die Verbesserung meiner Gesundheit damit gut verfolgen. Dass deine Apple Watch in der Schublade liegt macht mich nachdenklich, da ich mir jetzt genau diese zulegen wollte um mich besser zu kontrollieren. Ist dem nicht so?
    Vielen Dank für deine Posts, lese eifrig, da auch ich mich nicht mehr wie 50 fühlen will und dabei bin dieses zu ändern.

    • Ralf Bohlmann sagt:

      Hallo Martina, meine Apple-Watch ist halt ziemlich groß im Vergleich mit dem Fitbit Charge 2. Ich mag es leicht und schlank am Handgelenk und das ist natürlich reine Geschmack-Sache.:-)

      • Lennart sagt:

        Hallo Martina,

        die Apple-Watch ist ein tolles Gerät – ohne Frage. Wie Ralf schon sagte, es ist Geschmackssache, aber dennoch wollte ich dir hier kurz „meine Geschichte“ der Apple-Watch (allerdings die erste Version) erzählen, da ich genau wie du meinen Fitbit (Force) Fitnesstracker gegen die Apple-Watch tauschen wollte:

        Kurz um, es hat nicht funktioniert, und ich bin jetzt (mit Zwischenstation bei der Fitbit Alta) wieder mit einem Fitbit Flex 2 unterwegs.
        (Für mich der perfekte Fitnesstracker, weil er sehr klein ist und mir damit die Möglichkeit gibt, am anderen Handgelenk problemlos eine „echte“ Uhr zu tragen. 😉 )

        – Das ständige Aufladen der Apple-Watch hat mich wahnsinnig gemacht.
        – Keine sonstigen coolen Features gefunden, die wirklich meinen Alltags bereichern konnten.
        – Die Darstellung der Fitness-Goals & die eigentlichen Ziele war optisch sehr hübsch gemacht, aber leider auf Dauer weniger motivierend als Fitbit (365 Tage jedes Fitnessziel erreichen? – d.h. 10.000 Schritte am Tag, 30 Minuten Bewegung + 8h am Tag jw. für 5 Minuten aufstehen? … Das ist kein Ziel, dass ist eine Wunschvorstellung und dementsprechend nicht allzu motivierend, sondern viel mehr demotivierend.)

        Das sind so die größten Gründe, warum ich mich auch nach 1,5 Jahren (gekauft an Tag 1) nie wirklich mit dem Ding anfreunden konnte.
        Natürlich will ich dich nicht vom Kauf abhalten, es ist nichtsdestotrotz ein tolles Gerät und vll. sind all die oben genannten Punkte für dich weniger ausschlaggebend wie für mich.

        Liebe Grüße aus Frankfurt!

        • Ralf Bohlmann sagt:

          Hallo Lennart, ich kann das bestätigen. Bei mir war die Apple-Watch ein Geschenk. Aus heutiger Sicht würde ich persönlich den hohen Preis für die Apple-Watsch nicht bezahlen wollen. Und wenn du sie wirklich richtig klasse findest, dann schlag zu…

          • Martina sagt:

            Ich bin froh, dass ihr mir eure Meinung schildert. Denn wenn ich euch lese, „MUSS“ ich die Apple watch nicht unbedingt haben. Ich dachte, dass sie noch einige Dinge hat, die mir noch mehr Spaß an der Bewegung bringen.
            Mír fehlt halt eine vernünftige Uhr am Arm, ich werd mit dem Plastikteil irre.

            Also stöber ich mal weiter…

            Danke! 🙂

          • Ralf Bohlmann sagt:

            Gern Martina 😉

  • Mario Kaempfer sagt:

    Hallo Ralf,

    danke für die neue Podcast-Folge. Eine Frage habe ich mir aber während des Podcast gestellt. Du hast eine AppleWatch und hast diese gegen ein FitBit Charge 2 eingetauscht? Die AppleWatch kann doch alle Funktionen die das FitBit auch kann.

    Ich bin den anderen Weg gegangen. Ich hatte erst ein FitBit Charge HR und bin dann auf eine AppleWatch umgestiegen. Die Kalorienanzeige, Schritte und meine Trainingszeit messe ich mit der Aktivitäten App und meine Ernährung Tracke ich mit MyFitnessPal. Mich würde mal der Grund interessieren warum du auf den FitBit gegangen bist. Grundsätzlich kann ich deine Meinung nur Teilen. Seit dem ich einen Fitnesstracker (Fitbit und AppleWatch) habe, versuche ich schon auf meine Schritte und verbrauchten Kalorien zu kommen.

    Mach weiter so mit dem Podcast…..

    Viele Grüße

    Mario

    • Ralf Bohlmann sagt:

      Hallo Mario, der wichtigste Grund ist, dass die Fitbit wesentlich kleiner, schlanker und leichter ist. Ich mag es leicht und schlank am Handgelenk. Gerade beim Training (Crossfit) kann ich die Fitbit durchaus tragen. Die Apple-Watch eher nicht. Ich habe auch Angst sie beim Training mit Gewichten kaputt zu machen…. Alles Geschmacksache würde ich sagen. Zum Sport die Fitbit und zum Ausgehen die AppleWatch. 🙂

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